Startseite Leitfaden Widerruf Kontakt

Kalium, Magnesium und das Gleichgewicht im Körperwasser

Wissenschaftliche Fakten zu zwei Mineralien — gemäß EU-Verordnung (EU) Nr. 432/2012

Serpentinhain ordnet ein, welche Angaben die Europäische Kommission für Kalium und für Magnesium jeweils zugelassen hat, und erklärt die Fachbegriffe dahinter in Alltagssprache.

Leitfaden ansehen

Wasser, Salze und elektrische Spannung im Gewebe

Etwa 60 Prozent des Körpergewichts eines erwachsenen Menschen bestehen aus Wasser. Dieses Wasser liegt nicht als reine Flüssigkeit vor, sondern als wässrige Lösung geladener Teilchen: Natrium, Kalium, Chlorid, Magnesium, Calcium, Phosphat und Hydrogencarbonat. In der Physiologie heißen diese Teilchen Elektrolyte, weil sie in gelöster Form elektrischen Strom leiten.

Ihre Verteilung ist alles andere als zufällig. Rund zwei Drittel des Körperwassers liegen innerhalb der Zellen, ein Drittel außerhalb — im Zwischenzellraum und im Blutplasma. Innen und außen unterscheiden sich in der Zusammensetzung deutlich: Natrium dominiert den Raum außerhalb der Zelle, Kalium den Raum innerhalb. Dieses Gefälle wird von der Zelle aktiv aufrechterhalten und kostet dauerhaft Energie.


Die Natrium-Kalium-Pumpe und das Ruhemembranpotenzial

In der Membran nahezu jeder Körperzelle sitzt ein Transportprotein, die Natrium-Kalium-ATPase. Es befördert pro Arbeitszyklus drei Natrium-Ionen nach außen und zwei Kalium-Ionen nach innen und verbraucht dabei ein Molekül ATP. Weil mehr positive Ladung hinaus- als hineingeht, bleibt das Zellinnere gegenüber außen negativ geladen. Bei Muskel- und Nervenzellen liegt diese Spannungsdifferenz typischerweise zwischen −70 und −90 Millivolt und heißt Ruhemembranpotenzial.

Auf diesen Zusammenhang bezieht sich eine von der EU zugelassene Angabe: „Kalium trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei“ — Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012.

Schätzungen zufolge entfallen bei einem ruhenden Organismus 20 bis 30 Prozent des gesamten ATP-Umsatzes allein auf diese Pumparbeit. In Nerven- und Muskelgewebe liegt der Anteil noch höher, weil dort nach jedem Signal die ursprüngliche Ionenverteilung wiederhergestellt werden muss.

Kalium bei Depolarisation und Repolarisation der Muskelzelle

Erreicht ein Nervensignal die Muskelfaser, öffnen sich spannungsabhängige Natriumkanäle. Natrium strömt ein, die Spannung kippt kurzzeitig ins Positive — das ist die Depolarisation. Unmittelbar danach öffnen sich Kaliumkanäle, Kalium verlässt die Zelle und die Spannung fällt auf den Ausgangswert zurück. Diese Repolarisation dauert nur wenige Millisekunden und ist die Voraussetzung dafür, dass die Faser überhaupt ein zweites Mal ansprechbar ist.

Zu dieser Funktion existieren zwei getrennte, jeweils einem Mineralstoff zugeordnete Angaben. Kalium trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei. Magnesium trägt ebenfalls zu einer normalen Muskelfunktion bei. Beide Angaben sind in der Verordnung (EU) Nr. 432/2012 einzeln aufgeführt und gelten jeweils für den genannten Mineralstoff allein.

Magnesium als Gegenion des ATP und an der Calciumkanal-Pore

Magnesium erscheint in der Biochemie selten als freies Ion. Innerhalb der Zelle liegt der weitaus größte Teil an ATP gebunden vor: Erst der Komplex aus Magnesium und ATP wird von den meisten Enzymen als Substrat erkannt. Damit ist Magnesium indirekt an jeder Reaktion beteiligt, die ATP spaltet — einschließlich der Arbeit der Natrium-Kalium-Pumpe aus dem vorigen Abschnitt.

Ein zweiter Wirkort liegt an der Pore bestimmter Calciumkanäle, an die sich Magnesium-Ionen anlagern und den Calcium-Einstrom dämpfen können. In der Muskelfaser ist einströmendes Calcium das Signal zur Kontraktion; das Zusammenspiel beider Ionen beeinflusst daher, wie stark und wie lange eine Faser angespannt bleibt.

Für Magnesium ist zusätzlich eine eigene Angabe zum Salzhaushalt zugelassen: „Magnesium trägt zum Elektrolytgleichgewicht bei“ — Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012.


Zwei Mineralien, vier einzeln zugelassene Angaben

Jede der folgenden Angaben gehört genau einem Mineralstoff. Der Wortlaut stammt unverändert aus dem Anhang der Verordnung (EU) Nr. 432/2012.

K

Kalium

Mengenelement · Referenzwert 2.000 mg

Kalium ist das häufigste positiv geladene Teilchen innerhalb der Körperzellen. Von den etwa 130 bis 140 Gramm im Körper eines Erwachsenen befinden sich rund 98 Prozent im Zellinneren, vor allem in der Skelettmuskulatur. Nur der kleine Rest zirkuliert im Blut — weshalb ein Laborwert aus dem Serum nur begrenzt über die Gesamtmenge im Gewebe aussagt.

Natürlich vorkommend ist Kalium vor allem in Trockenobst, Hülsenfrüchten, Kartoffeln, Spinat, Avocado und Bananen. Der tägliche Referenzwert nach Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 beträgt 2.000 mg.

„Kalium trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei“

Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012

„Kalium trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei“

Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012

Mg

Magnesium

Mengenelement · Referenzwert 375 mg

Der Körper eines Erwachsenen enthält etwa 24 bis 26 Gramm Magnesium. Rund 60 Prozent davon sind im Knochen eingelagert, ein weiteres knappes Drittel in der Muskulatur; weniger als ein Prozent findet sich im Blutserum. Als Kofaktor ist Magnesium an mehreren hundert enzymatischen Reaktionen beteiligt, meist im Verbund mit ATP.

Zu den bekannten Quellen zählen Kürbis- und Sonnenblumenkerne, Mandeln, Haferflocken, Vollkornerzeugnisse und dunkelgrünes Blattgemüse. Der tägliche Referenzwert nach Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 beträgt 375 mg.

„Magnesium trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei“

Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012

„Magnesium trägt zum Elektrolytgleichgewicht bei“

Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012


Woher Kalium und Magnesium in der täglichen Kost stammen

Beide Mineralien kommen in gewöhnlichen Lebensmitteln vor, allerdings in sehr unterschiedlicher Dichte. Kalium ist breit verteilt: Pflanzliche Zellen speichern es in großer Menge, weshalb Gemüse, Obst und Hülsenfrüchte durchweg gute Lieferanten sind. Magnesium konzentriert sich dagegen stärker auf einzelne Warengruppen, vor allem auf Ölsaaten, Nüsse und Vollkorngetreide.

Die Verarbeitung verändert diese Werte. Beim Ausmahlen von Getreide wandern Keimling und Randschichten in die Kleie — und mit ihnen der größte Teil des Magnesiums. Ein Weißmehl vom Typ 405 enthält deshalb nur einen Bruchteil dessen, was im vollen Korn steckte. Kalium wiederum ist wasserlöslich: Wird Gemüse in reichlich Wasser gekocht und das Kochwasser weggeschüttet, geht ein messbarer Anteil verloren. Dämpfen oder Garen im eigenen Saft hält mehr davon im Lebensmittel.

Auf der Verbraucherseite gilt in der EU eine einheitliche Bezugsgröße. Nährwerttabellen und Nährstoffangaben rechnen gegen die Referenzmengen aus Anhang XIII der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 — für Kalium sind das 2.000 mg pro Tag, für Magnesium 375 mg. Ein Lebensmittel darf erst dann als Quelle eines Mineralstoffs bezeichnet werden, wenn es mindestens 15 Prozent dieser Referenzmenge je 100 Gramm liefert.


Was diese Seite leistet und was nicht

Serpentinhain ist ein redaktionelles Informationsangebot. Wir geben den zugelassenen Wortlaut der EU-Angaben wieder, benennen die Fundstelle und beschreiben den biochemischen Hintergrund so genau, wie es ohne Fachvokabular möglich ist. Wir sprechen keine Dosierungsempfehlungen aus, bewerten keine Präparate und stellen keine Diagnosen.

Wer wissen möchte, wie sich der eigene Speiseplan zusammensetzt, findet in unserem Leitfaden Tabellen mit Gehaltswerten pro 100 Gramm, ein Glossar der Fachbegriffe aus dem Salz- und Wasserhaushalt sowie die genauen Fundstellen der vier Angaben im Amtsblatt der Europäischen Union.


Serpentinhain Leitfaden

Der Leitfaden sammelt die Begriffe aus dem Wasser- und Salzhaushalt, erklärt sie in Alltagssprache und stellt den amtlichen Wortlaut der Angaben je Mineralstoff getrennt daneben.

49,00 € inkl. MwSt.

Einmaliger Zugang · Digitales Informationsprodukt

Zwei Wochen Prüfzeit, Erstattung auf formlose Nachricht

Wer den Leitfaden bestellt, kann ihn 14 Tage lang in Ruhe durchsehen und den Kaufpreis danach ohne Begründung zurückverlangen — eine formlose E-Mail an die unten genannte Adresse genügt. Den vollständigen rechtlichen Text dazu finden Sie in der Widerrufsbelehrung.


Gesundheitshinweis

Die Texte auf dieser Webseite sind allgemeine Verbraucherinformation. Sie beschreiben biologische Zusammenhänge und geben den Wortlaut zugelassener EU-Angaben wieder; eine ärztliche Untersuchung, eine Diagnose oder eine individuelle Beratung können sie nicht ersetzen. Bei anhaltenden Beschwerden, bei bestehender Erkrankung, in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei gleichzeitiger Einnahme von Arzneimitteln sprechen Sie bitte vorab mit einer Arztpraxis oder Apotheke. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Die auf der Packung angegebene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden. Solche Erzeugnisse gehören außer Reichweite kleiner Kinder aufbewahrt.

Zum Verhältnis zu Google und YouTube

Serpentinhain wird eigenständig betrieben. Zwischen diesem Angebot und Google LLC, YouTube LLC oder der Muttergesellschaft Alphabet Inc. besteht keinerlei gesellschaftsrechtliche oder redaktionelle Verbindung. Die Bezeichnungen Google und YouTube sind Marken der jeweiligen Rechteinhaber. Kein Inhalt dieser Seite wurde von Google oder YouTube geprüft, freigegeben oder empfohlen. Sofern Werbeprodukte dieser Anbieter genutzt werden, folgt daraus weder eine Partnerschaft noch eine Bewertung der hier veröffentlichten Inhalte.


Fragen an die Redaktion von Serpentinhain

Schreiben Sie uns zu Inhalten, zum Zugang oder zu Ihren Daten. Wir antworten in der Regel innerhalb von zwei Werktagen.

Oder schreiben Sie uns direkt: [email protected]